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Alte Meister der Malerei

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Künstler-Biographien

Wer waren die berühmtesten Maler der Kunstgeschichte ? Welche genialen Künstler stecken hinter den Meisterwerken der Malerei, die fast jedermann schon irgendwo bewundert hat ? Wir kennen zwar wohlklingende Namen wie Botticelli, Michelangelo, Leonardo Da Vinci und Raffael. Auch die Namen der Impressionisten Claude Monet und Van Gogh hat man sicher schon irgendwann einmal gehört. Aber wissen wir auch, welcher Mensch dahintersteckt ? Und was diese Maler nun zu so überragenden Künstlerpersönlichkeiten gemacht hat ?

Hier finden Sie die interessante Informationen über Herkunft, Lebensweg, Vorlieben und besondere Eigenarten dieser begnadeten Alten Meister der Malerei. Bestimmt wird Sie die ein oder andere Anekdote überraschen, und vielleicht sehen Sie die einzigartigen Bilder dieser großen Maler dann auch mit ganz anderen Augen - aber informativ und spannend ist es allemal . . .

1. Berühmte Maler der Renaissance

Die fünf berühmtesten Maler der Renaissance Malerei aus dem 15. und 16. Jahrhundert hatten eines gemeinsam: Sie lebten und malten in Italien, ihr Schaffen ist geprägt durch die Wissenschaft und die Erfindung der Zentralperspektive, ihre Ausbildung erhielten sie auf Grundlage humanistischer Ideale, und die Schönheit der Proportionen beherrschten sie in perfekter Vollkommenheit. Trotzdem sind die Grossmeister der italienischen Renaissancemalerei so unterschiedlich von ihren Charakteren, wie man es als Mensch nur seien kann. Ob nun Botticelli - der Ästhet, Da Vinci - der Perfektionist, Michelangelo - der unermüdliche Arbeiter oder der sensible und zarte Raffael - jeder von Ihnen hat Einzigartiges geleistet.  Die chronologische Aufzählung dieser Persönlichkeiten stellt keine Wertung dar, sie dient lediglich der zeitlichen Reihenfolge ihrer Schaffensphase.  

1.1 Sandro Botticelli - Der Ästhet 1444/1445 - 1510 Frührenaissance

Das exakte Geburtsjahr von Alessandro Filipepi, genannt Botticelli, ist nicht genau nachvollziehbar. Geboren wurde er in das Goldene Zeitalter der Stadt Florenz, als Sohn des Gerbers Mariano Filipepi. Seinen Namen erhielt er nach seinem Paten Giovanni, der wegen seiner Leibesfülle "Botticelli" genannt wurde, welches zu Deutsch "Fässchen" bedeutet. Bald hieß er nicht mehr Filipepi, sondern nur noch Botticelli. Sein Lehrer Vasari berichtete, dass er sehr rasch alles begriff, jedoch keine allzu große Lust hatte, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Alsbald kam er zu seinem Patenonkel in die Lehre, um das Goldschmiede-Handwerk zu erlernen, hielt das aber nicht lange durch, weil er unbedingt malen wollte. Daraufhin schickte ihn sein Vater zu Fra Filippo Lippi, um das Malen zu erlernen. Vielleicht sind die unzähligen Liebesabenteurer des Malers Filippo Lippi daran schuld, dass Botticelli zeitlebens ein scheuer Junggeselle geblieben ist, der dem weiblichen Geschlecht eher wenig Interesse entgegengebracht hat. Vielleicht war es auch eine unglückliche und verschmähte Liebe zu einer Frau. Als Maler ist Botticelli jedoch durch die Darstellung seiner anmutig schönen Weiblichkeit berühmt geworden. Zahlreiche Madonnenbilder zeugen davon bereits in seiner malerischen Frühphase. Der graziöse Malstil und die Standhaftigkeit des damals fünfundzwanzigjährigen Botticelli, erregte auch die Aufmerksamkeit der mächtigen Medici Fürsten. Diese mächtige Familie, die aus einflussreichen Staatsmännern und Bankherren bestand regierte zu dieser Zeit Florenz. Allen voran Lorenzo de Medici, genannt Il Magnifico (ital. der Prächtige), der ein Heer von Philosophen, Wissenschaftler, Bildhauer, Poeten, Musiker und Malern um sich versammelte, und so Florenz zum Mittelpunkt der abendländischen Kultur machte. Lorenzo selbst war Regierender, ein Genießer, Dichter und Denker, der dieser Zeit den Stempel seines humanistischen Geistes aufdrückte. Ein berühmter Kaufmann der Stadt beauftragte Botticelli seinerzeit ein Altarbild über die "Anbetung der Könige" zu malen. Dieser stellte daraufhin alle bedeutenden Mitglieder der Medicis und sich selbst auf diesem Bild dar. Es zeigt ihn als hochgewachsenen blonden jungen Mann mit trotzigem Mund und langem Kinn. Fortan wurde er zum Lieblingsmaler der Medici-Sippe auserkoren, bekam das Privileg der florentiner Kunstakademie beizutreten und wurde von seinem Mäzen, Lorenzo dem Prächtigen, in sein Haus aufgenommen. Von nun an wurde er mit allen Mitteln unterstützt, erhielt ein hohes Ansehen und wurde ein anerkanntes und hofiertes Mitglied der vornehmen florentiner Gesellschaft.      

Alsbald ließen die wohlhabenden Familien der hohen Gesellschaft in Florenz und Rom bei ihm arbeiten. Für die luxuriöse Ausstattung ihrer Landhäuser und Villen wählten sie neuerdings antike Themen, aber auch solche der modernen Literatur. So kam es auch, dass Botticelli einer der ersten Künstler war, der als Malgrund für seine Werke die Leinwand nutzte, um seine großformatigen Gemälde zu den Landsitzen seiner Auftraggeber, wie zum Beispiel zu den Palästen und Landhäuser seiner Hauptauftraggeber, den Medicis, transportieren zu können. Drei seiner größten Werke stehen in direktem Zusammenhang mit seinen Gönnern aus der mächtigen Patrizier Familien. Darunter sind zwei seiner bekanntesten allegorischen Bilder, die den Stoff aus der griechischen Göttersage interpretieren: Der Frühling und die Geburt der Venus. Doch eines haben die zwei der berühmtesten italienische Gemälde wohl gemeinsam: Die liebreizende Simonetta Vespucci aus Portovenere, wo der Überlieferung nach die schaumgeborene Liebesgöttin an Land gestiegen ist, glaubt man in beiden Werken mehrmals wiederzuerkennen. Die schöne Simonetta galt als die schönste Frau von Florenz. Der Vetter ihres Gemahls war Amerigo Vespucci. Er hatte, der im Jahre 1492 entdeckten "Neuen Welt" seinen Namen gegeben. Botticelli lernte Simonetta kennen, als er sie für eine Turnierfahne ihres Ritters Giuliano de Medici, der Lorenzos Bruder war, portraitieren sollte.   

Vielleicht ist ja die schöne Simonetta Vespucci der Grund für Botticellis Standhaftigkeit. Man könnte meinen, das seine unendliche aber unerreichte Liebe zu dieser Frau ihn dazu veranlasst hätte, an keiner anderen Frau gefallen zu finden. Vieles spricht jedenfalls dafür, wenn man seine Bilder betrachtet. So malt Botticelli sein berühmtes Venus Bild, indem er Simonetta Vespucci als Aphrodite der Göttin der himmlischen Liebe darstellt. Die Geburt der Venus ist die erste lebensgroße Abbildung einer heidnischen Göttin seiner Zeit, die er auf einer Leinwand entstehen ließ und gleichzeitig der Höhepunkt seiner Schaffensphase.  

1581 trug ihm sein Ruhm eine Einladung bei Papst Sixtus IV. in Rom ein. Er bekam den Auftrag, einige Fresken mit biblischen Themen und päpstliche Portraits zu erstellen. Als er eineinhalb Jahre später wieder nach Hause kam, war sein Ruhm in aller Munde. In Florenz tobte währenddessen ein wildes Spiel um die Macht, zwischen einem fanatischen Dominikaner namens Girolamo Savonarola und den Medici, dem das bisher herrschende Patrizier-Geschlecht unterlag. In der Erinnerung an das angenehme Leben in Wohlstand, unter der Herrschaft der Medici, versammelten sich die Bürger von Florenz in 1498, um den wegen Ketzerei verurteilten Rebell Savonarola hängen zu sehen. Dieses Spektakel war wohl zuviel für den feinfühligen Botticelli, der sich daraufhin, tief erschüttert in die gewaltige Arbeit stürzte, Dantes Göttliche Komodie zu illustrieren. Die Federzeichnungen auf Schafspergament sind einzigartige Dokumente seiner Kunst und befinden sich teils im Vatikan und Teils in Berlin. Sein letztes Gemälde malte Botticelli in 1501, der sich mittlerweile seinem sechzigsten Lebensjahr näherte. Während die Großmeister Leonardo, Michelangelo und Raffael die Blütezeit der Renaissance erlebten, starb Botticelli in 1510. Man begrub ihn auf einem kleinen Friedhof im florentiner Viertel der Lohgerber an der Allerheiligenkirche in Florenz. Bestellen Sie hier die berühmtesten Gemälde von Sandro Botticelli.

1.2 Leonardo da Vinci - der Perfektionist 1452 - 1519 Hochrenaissance

Leonardo da Vinci wurde am 15. April 1452 als Sohn einer sechzehnjährigen Bauerntochter und eines Rechtsanwalts mit Namen Piero da Vinci geboren. Piero da Vinci heiratete jedoch nicht die Bauerntochter "niederen Standes", sondern wurde von seinen Eltern mit einem Mädchen aus "gutem Hause" vermählt. Der Vater Leonardos kaufte alsbald seinen Sohn dem armen Bauernmädchen ab, welches damals so Sitte war. Leonardo durfte seine Mutter weder sehen noch kennenlernen und wuchs auf einem Landgut bei Florenz auf. Er liebte die Musik, hatte einen besonders wachen Geist und neigte zu Schwärmereien. Bereits in jungen Jahren besaß Leonardo ein großes Selbstvertrauen. Gedichte trug er mühelos vor und die Laute spielte er besonders zauberhaft. Der junge Leonardo da Vinci hatte ein offenes Herz für die Kostbarkeiten des Lebens und liebte besonders ausgedehnte Streifzüge durch die Natur. Die Herrliche Landschaft um Florenz mit den in die Höhe ragenden Pinien, zarten Blumen und sich schlängelnden Bächen, entwickelte bereits in jungen Jahren seinen Sinn für die vollkommene Schönheit.

Nachdem sein Vater die ersten Zeichnungen Leonardos fand, schickte er ihn in die Lehre zu Andrea del Verrocchio. Später zeigte sich, dass Lehrer und Schüler viele gemeinsamen Interessen und Stärken hatten. Die Liebe zu Musik, Baukunst, Skulptur, Geometrie, Naturwissenschaft und die besondere Liebe zur Malerei. Viele junge Künstler gingen in der Werkstatt des Verrochio ein und aus, so auch Sandro Botticelli. Die beiden waren eng befreundet, hatten nächtelange anregende Diskussionen, heckten gemeinsam Streiche aus und ritten Pferde zu. Besonders gern hielt sich Leonardo auch in der Nähe großer Gelehrter, Mathematiker und Astronomen auf oder studierte die Kunstschätze der Kirchen von Florenz. Überhaupt sog er alles Wissen wie einen Schwamm in sich auf, um es in seinen Gedanken aufzubereiten. In der Malerei flossen sein Wissen und sein großartiges technisches Können ein, wenn er die kalte Wirklichkeit unter einen Mantel aus strahlender Schönheit verbarg. 

Untermüdlich zeichnete er alles was ihn beeindruckte. Man hätte meinen können, Leonardo wäre überall auf der Welt gleichzeitig gewesen, wenn man die vielen Skizzen aus seinen Skizzenbüchern und Notizen betrachtet. Aber besonders hatte es ihm die Anatomie angetan, mit der er sich unermüdlich beschäftigte. Er sezierte sogar unerlaubter Weise einen Leichnam, um die Zusammenhänge der menschlichen Anatomie verstehen zu können. Er wies nach, dass das Auge eine Linse ist, das Herz wie eine hydraulische Pumpe funktioniert, das Puls und Herzschlag übereinstimmen und das unsere Muskeln Hebel sind. Leonardo da Vinci war ein unermüdlicher Forscher auf allen Gebieten, dem die Jahre nur eines Lebens viel zu kurz erschienen. Für den tyrannischen Ludovico Sforza in Mailand entwarf er eine transportable Brücke, Saugpumpen zur Entleerung von Gräben vor belagerten Festungen und Kanalanlagen. Aber das alles war ihm noch nicht genug, denn er studierte nun Fledermäuse, Libellen und Vögel, denn er wollte fliegen wie sie. Seine frühesten Pläne für eine Flugmaschine erinnern an die vorgenannten Tiere. Dann kam er auf die Idee eine Luftschraube zur Fortbewegung zu nutzen, die wie bei einem Hubschrauber in der waagerechten über dem Rumpf seines Modelles. Panzerwagen, Tauchglocken, Unterseeboote, Walzwerke, Gewindeschneidmaschinen und Fertighäuser sind auf seinen Skizzen zu sehen. Ein Jahrhundert vor Galilei erkannte er bereits, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist, sondern sich in einer elyptischen Bahn um die Sonne bewegt. Bahnbrechende Forschungen auf fast allen Gebieten stammen von diesem unermüdlich forschenden Geist, dessen Augen bereits im Alter von 58 Jahren, wie die eines Greises wirkten. Ihn traf wohl die Erkenntnis, dass ihm nicht mehr genug Zeit blieb, um alles das was er erforscht hatte niederzuschreiben. Von seinen Aufzeichnungen blieben über Tausend Skizzen und Notizen, die nur einen Bruchteil seines Erbes ausmachen, ein Großteil seiner Notizen wurde im Laufe der Jahrhunderte zerstört. Vieles was er erfunden hatte, wurde erst 400 Jahre nach ihm von der Wissenschaft bewältigt. Die Ehrfucht vor seinen Erfindungen, die ihm heute zuteil wird, hat Leonardo da Vinci zu Lebzeiten nicht erfahren. Vor seinem Wissen hatten seine Zeitgenossen keinen solchen Respekt wie wir. Die Kunst seiner Malerei hatte ihm schon zu Lebzeiten weitaus mehr Anerkennung eingebracht. Die Erkenntnis darüber hat ihn wohl zu dem Satz veranlasst. Zitat: "Der Mensch das Augenwesen braucht das Bild." 

Die Darstellung Christi mit seinen zwölf Jüngern wurde von Leonardo auf die Wand des Refektorium des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand gemalt. Nie zuvor hat ein anderer Künstler das letzte Abendmahl Jesu's ergreifender dargestellt. Für den Christuskopf suchte er lange Zeit nach einem Modell, hatte aber kein geeignetes gefunden. Auch das berühmteste Gemälde der Welt zählt zu seinen Werken, das Portät der Lisa Gherardini, der Gattin des reichen Kaufmanns Giocondo aus Florenz, welches mit dem Namen Mona Lisa bekannt wurde. In Mailand hatte er zuvor schon die Geliebte von Lodovico Sforza, Cecilia Gallerani portraitiert. Das unter dem Namen "Die Dame mit dem Hermelin" bekannte Gemälde zeigt die kühle und stolze Dame, die nicht nur den Herrscher der Stadt, sondern das ganze Volk von Mailand in ihren Bann gezogen hatte. Cecilia Gallerani soll dem Künstler auch als Vorbild für die Madonna in der Felsengrotte gedient haben, die Leonardo nach seiner Rückkehr aus Mailand malte. Seine Malerei brachte Leonardo da Vinci schon zu Lebzeiten Ruhm und Ehre ein. Könige, Stadtstaaten und Reiche Herren baten um seine Gegenwart, obwohl es ihm nicht an Konkurenz fehlte, denn auch Raffael, Michelangelo und Tizian waren seine Zeitgenossen. Voller Enttäuschung und Gram, ob seiner gelähmten Hände, verbrachte Leonardo seine letzten Jahre in Mittelfrankreich. König Franz I. hatte ihn in die Nähe von Amboise eingeladen, um Leonardos Gegenwart und Weisheit zu geniessen, aber seine letzten Jahre waren trotzdem sehr einsam. Bestimmt ist er nie einem Menschen von auch nur annähernd gleicher geistiger Höhe begegnet, bevor er am 2. Mai 1519 verstarb. Mit ihm starb einer der grössten Maler der Hochrenaissance, der noch zu Lebzeiten sagte: "Ein gut gelebtes Leben ist ein langes Leben." Wie recht er auch damit hatte, denn - lebt er nicht noch heute . . . ? Bestellen Sie berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci.

1.3 Michelangelo Buonarroti - der Arbeiter 1475 - 1564 Hochrenaissance

Michelangelo wurde im Jahre 1475 in Caprese einem Ort im Tal des Flusses Tiber, mit Namen Michelangelo di Lodovico di Buonarroti Simoni, geboren. Er selbst schrieb seinen Namen Michelagniolo. Seine Amme, die Frau eines Steinmetzes, zu der man ihn in Pflege gab, hat ihm das Talent zur Bildhauerei, wohl mit ihrer Ammenmilch gegeben. Als schließlich seine Mutter starb, als er sechs Jahre alt war, wuchs er in der Männerwelt von egoistischen Brüdern und eines ewig nörgelnden, raffgierigen Vaters auf. In der Schule hatte er wenig Lust zu lernen, zeichnete aber andauernd und bekritzelte ständig irgendwelche Wände, welches ihm Schläge einbrachte. Sein Vater hatte die Hoffnung die Begabung des Widerspenstigen Jungen irgendwie finanziell nutzen zu können, daher schickte er ihn in die Lehre der berühmten Brüder Davide und Domenico Ghirlandaio in Florenz. Der junge Michelangelo erhielt hier seinen ersten Unterricht im Malen. Diese Lehre dauerte jedoch nicht lange an, denn als Michelangelo eine Federzeichnung Domenico Ghirlandaios, mit einer stärkeren Feder korrigierte, wurde er aus der Werkstatt hinausgeworfen. Das sollte seine erste und letzte Lehre in einer Malerwerkstatt gewesen sein. 

Alsbald kam er zu einem Bildhauer namens Bertoldo, der als Leiter einer von Lorenzo de Medici gestifteten Kunstschule, Plastiken im klassischen Stil anfertigen ließ. Hier wurde Michelangelo angestellt um Marmorblöcke zu behauen. Bis Lorenzo eines Tages auf eine Skulptur stieß, die der junge Michelangelo aus einem Stück Abfall des Marmors gemeißelt hatte. Dieser war davon so begeistert, das er den jungen talentierten Bildhauer in seinem Palast aufnahm und ihn in Samt und Seide einkleidete. Gemeinsam saß er mit der Familie de Medici an der reich gedeckten Tafel, zu der ständig auch Dichter und Gelehrte eingeladen waren. Er hörte sich Vorträge über die großen Gedanken Platons an und lernte Dantes Verse kennen, bevor ein neues Talent in ihm erwachte. In seiner Dichtkunst hatte er 77 Sonette verfaßt, die er aus innerster Seele geschrieben hat. Als Lorenzo der Prächtige in 1492 starb, verließ Michelangelo Florenz und ging nach Rom. Kurz danach schuf er in Rom sein erstes Werk, die Pieta, die Skulptur der Maria, die ihren vom Kreuz genommen Sohn im Schoß hält und sich im heutigen Petersdom befindet.

Ein Jahr später ging Michelangelo nach Florenz zurück um ein weiteres Meisterstück der Bildhauerei zu schaffen. Es bestand aus einem vier Meter langem Marmoblock aus Carara, der jahrzehnte vorher von einem Bildhauer verpfuscht worden war. Nach 3 Jahren mühsamer Arbeit, wurde von der florentiner Domverwaltung in Augenschein genommen, was Michelangelo geschaffen hatte. Er sagte, es sei der David, der den Riesen Goliath getötet hatte, bekam 400 Goldgulden und konnte sich den Platz für seinen David selbst aussuchen. Er wählte den auffälligsten Platz in Florenz, vor dem Regierungsgebäude und man ließ vierzig Mann in vier Tagen mit Winden und Rollen, die große Statue zu diesem Platz schaffen. Dieses wunderbare Kunstwerk zeigt bis ins Detail, den muskulösen Körper eines hochgewachsenen Athleten, jeder Muskel und jede Ader ist mit einer faszinierenden Präzision gearbeitet, die Ihresgleichen nie gefunden hat.

Einige Jahre später erhiel er von Papst Julius II. den Auftrag, die Deckenmalerei der Sixtinischen Kapelle auszuführen und erwiederte daraufhin zu "Seiner Heiligkeit", Zitat Michelangelo: "Die Malerei ist mein Handwerk nicht, laßt den Raffael das machen."  Der Papst ließ sich jedoch nicht davon abbringen und bestand darauf. Die folgenden vier Jahre war Michelangelo ein Gefangener seiner fieberhaften Arbeit und des Papstes. Diesen dunklen Raum mit einer Länge von 40 Metern, einer Breite von 13 Metern in einer kolossalen Höhe von 20 Meter mit Fresken auf frisch aufgetragenen Putz ausszuschmücken, war eine fast unmenschliche und beängstigende Aufgabe für nur einen Künstler. Als er sich nach der Planung dieses Gewaltaktes, zum Beginn dieser Arbeit überwandt, stieg er über Leitern auf ein riesiges Arbeitsgerüst, legte sich auf den Rücken und fing an auf den Putz über ihm zu malen. Er vergaß das Essen und das Schlafen, es zählte für ihn nur noch seine schöpferische Arbeit, die ihn zum Sklaven machte. Nur einen Gehilfen ließ er an seiner Arbeit teilhaben, sonst ließ er niemanden in die Kapelle hinein. Des öfteren hörte Michelangelo den Krückstock des Papstes auf den Boden pochen, der um Einlaß bat, wies ihn jedoch jedesmal ab. Nach 4 Jahren jedoch wurde Julius II. ungeduldig und fragte aufbrausend: "Wann wird die Kapelle endlich fertig ?". Nachdem er dem Künstler eines Tages drohte ihm von Gerüst zu werfen, gab Michelangelo nach. Die Geistlichkeit, die Künstler und die Vornehmen versammelten sich um sein Werk zu betrachten. Und hoch über den maßlos Staunenden, erhob sich die Schöpfungsgeschichte in all ihrer Pracht: Die Schöpfung, der Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies, Die Erschaffung der Welt und die Sintflut tat sich über ihnen auf. Die Felder über den Fenstern waren mit den Sibyllen und Propheten gefüllt. Insgesamt 343 große Figuren, jede in vollendeter Schönheit, sprachen zu den ehrfürchtig Betrachtenden. Dieses weitere Meisterstück machte Michelangelo zum berühmtesten Maler der Hochrenaissance.

Mit 58 Jahren erhält Michelangelo von Papst Klemens VII. den weiteren Auftrag einer mühevollen Arbeit. Der alternde Michelangelo sollte nun noch die Altarwand der Sixtinischen Kapelle mit einem Fresko schmücken. Der Bildhauer malte dann die nächsten fünf Jahre am jüngsten Gericht der Sixtina. Er stellt den Augenblick dar, als die Posaune der Engel erklingen und die Gräber ihre Toten herausgeben, Könige vor ihrem "Höchsten Richter" stehen, die Gerechten auserwählt werden und die Verdammten der ewigen Qual in der Hölle schmoren.

Michelangelo war schnell gealtert, denn er war verbraucht durch seine unmenschlich schweren Aufgaben. Aber noch im hohen Alter von 70 bis 80 Jahren, wurden ihm neue Herausforderungen angeboten, wie den Bau der Peterskirche in Rom zu vollenden. Diese stand nach 50 Jahren immer noch ohne Dach da und sollte schließlich das größte Gotteshaus der Welt werden. Diese Arbeiten gingen über so viele Jahre, daß er seinen architektonischen Stil, nebenbei noch auf ganz Rom verteilen konnte. Es entstanden nicht nur Kirchen, sondern auch Brücken, Paläste und Museen in der "Ewigen Stadt". Letztendlich konnte er den Bau der Peterskirche nicht ganz zu Ende führen, aber die mächtige Kuppel als Dach ist sein Werk. Ehe dieser gigantische Meister der Bildhauerkunst, Architektur und Malerei im höchsten Alter von 89 Jahren im Jahre 1564 starb, sagte er noch, Zitat von Michelangelo: "Ich bin so alt, daß der Tod mich schon am Mantel zupft."  Die berühmten Fresken von Michelangelo können Sie hier bestellen.      

1.4 Raffaello Santi (Raffael) - der Sensible 1483 - 1520 Hochrenaissance

Raffael wurde im kleinen Ort Urbino in der Nähe der Adria im Jahre 1483 an einem Karfreitag geboren. Weil seine Eltern sehr früh starben, wurde er bereits mit 8 Jahren in die Lehre zu Perugio geschickt, dessen Eigenarten er auch übernahm. Raphael war ein edler Geist, wäre nie imstande Unrechtes zu tun und war von fast weiblicher Zartheit. Mit seinem Herzen und seinen Händen hatte er sich stets dem Schönen zugewandt. Seine frühen, jungen Jahre bis 1508 verbrachte er in Florenz, wo er sich vom neuen Stil der Großmeister Michelangelo und Leonardo da Vinci beeinflussen ließ. Bis er sich schießlich im Jahre 1509 nach Rom begab, weil ihn ein Verwandter, der berühmte Architekt Donato Bramante, für die Ausmalung einer Räume im Vatikan vorgeschlagen hatte.  

Papst Julius II. war besonders angetan vom damals 24-jährigen Jüngling Raffael, nur Michelangelo war nicht besonders entzückt, der derweil auf dem Rücken liegend, die Decke der Capella di Sistina ausmalte. Er war strickt dagegen, daß ihm Raffael bei der Bemalung der Deckenfresken behilflich war, denn schließlich sollte es sein eigenes Werk sein. Er war entrüstet und meinte: "Der junge Mann aus Urbino, hat sich in meiner Kapelle herumgetrieben!" Leider waren für den jungen Raffael nun keine freien Wände mehr verfügbar und der Papst befahl in einigen Räumen die Fresken von den Wänden zu schlagen, um freien Platz zu schaffen. Der junge sensible Raphael weinte fürchterlich, als er sah, wie die Wandbilder seines Lehrers Perugino als Schutt auf dem Boden lagen. Als er sich wieder gefangen hatte, ging er jedoch voller Tatendrang an die Arbeit. So entstand eines seiner schönsten Wandbilder, das Fresco Die Schule von Athen. Die bedeutenden Wissenschaftler und Philosophen der Antike verewigte der junge Maler mit nur einem Gehilfen. Platon und Aristoteles standen im Mittelpunkt und für den Kopf des Platon hatte er das Antlitz von Leonardo da Vinci zum Modell genommen. Darauf folgte das große Wandgemälde der Disputation, genannt "Die Disputa", welches ein Streitgespräch zwischen göttlichen und irdischen Personen darstellt. Einige seiner Fresken zeigen deutlich den Einfluß Michelangelos, der daran keinen besonderen Gefallen gefunden hat.

Die sixtinische Madonna war eine Auftragsarbeit für die Kirche des heiligen Sixtus. Es wurde dann von dem Kurfürsten Friedrich August II. von Sachsen angekauft. Als das 2,65 Meter große Gemälde in Dresden ankam, schob der Kurfürst den Thronsessel beiseite, um Platz für den großen Maler Raphael zu machen. Die beiden Engel auf diesem Gemälde kann man als die wohl berühmtesten dieser Welt bezeichnen. Raphael verstarb auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Mit 38 Jahren erkrankte dieser berühmte Maler der Hochrenaissance an einem Fieber und starb wenige Tage danach. Bestellen Sie die berühmten Gemälde und Fresko von Raffael.  

1.5 Tiziano Vecellio (Tizian) 1477 - 1576 Spätrenaissance Venedig  

Tizian ist ein großer Name, trotzdem ist er heute nicht so populär wie die großen Titanen Botticelli, Da Vinci, Michelangelo und Raphael. Doch er überlebt sie alle und er stand in seiner Zeit als unbestrittener Meister da. Vermutlich wurde er ungefähr in 1477 in Pieve di Cadore in den Dolomiten geboren. Seine Vorfahren waren Soldaten und Bauern, die zu den eher armen Leuten gehörten. Einen Schulunterricht hatte er nie genossen, bevor ihn sein Vater mit zehn Jahren nach Venedig schickte, wo er das Malerhandwerk erlernen sollte. Das war der Grundstein seiner großen Karriere, die ihm später Ruhm und Reichtum einbrachte. Nachdem er zeichnen und den Umgang mit Farben bei einem Mosaikhersteller gelernt hatte, kam er in die Lehre bei Giovanni Bellini. Zum Durchbruch verhalf ihm schließlich nicht sein Lehrer, sondern ein Mitschüler, nämlich Giorgione, der selbst ein unsterblicher Maler wurde. Die beiden schwelgten in Farben und ihre Bilder ähnelten sich sehr. Als Giorgione eines Tages die Werkstatt Bellinis verließ, folgte ihm auch Tizian. Ihre erste gemeinsame Auftragsarbeit war die Außenwände eines Kaufhauses am Canale Grande in Venedig zu bemalen. Als Tizian das größte Lob für seine Arbeit erhielt, war es mit der Freundschaft der beiden Maler vorbei. Als Giorgione und Bellini starben, übernahm Tizian dann offiziell den Titel "Erster Maler von Venedig". Neue Aufträge folgten, unter anderem ein großformatiges Gemälde, welches fast 7 Meter x 3,60 Meter maß. Es war die sogenannte "Assunta", eine Himmelfahrt Mariä für die Frari-Kirche. Zur Enthüllung erschien ganz Venedig und Künstler aus allen Gegenden kamen um das Gemälde zu studieren und abzuzeichnen. Als ein spanischer Gesandter des Hofes Tizian daraufhin 400 Golddukaten für das Werk bot, zahlte die Kirche endlich sein versprochenes Honorar. Obwohl sich Tizian lange in Venedig aufhielt, sieht man von ihm weder Gondeln noch Kanäle auf seinen Bildern. Er blieb seiner Heimat in den Bergen immer treu. Aus seiner Heimat dem Alpenvorland holte er sich eine Haushälterin namens Cecilia, die ihm zwei Söhne gebar. Als diese kurz nach der Geburt seiner Tochter auf dem Sterbebett lag, verlangte er schnell nach einem Goldschmied und nach einem Priester, um sich mit der sterbenden trauen zu lassen.

In der zweiten Hälfte seines langen Lebens verbrachte er die Zeit mit langen Reisen von einem Fürstenhof zum anderen. Kaiser, Könige, Kardinäle und Erzherzöge baten darum, sich von ihm portraitieren zu lassen. Auch Papst Paul III. ließ ein Portrait anfertigen. Tizian arbeitete nur für gut zahlende Auftraggeber und hatte ein stattliches Vermögen bereits zu Lebzeiten zusammengetragen. Er malte unzählige wunderbare Akte, wie das Gemälde der "Venus von Urbino" im Jahre 1538, welches viele für den Akt der Erzherzogin von Urbino halten, die er bereits vorher in einem festlichen Gewand portraitierte. Das berühmte Tizianrot ist auf die Haarfarbe dieser Dame zurückzuführen und ist bis in unsere Zeit erhalten geblieben.

Tizian war nicht nur ein begnadeter großer Maler sondern auch ein Ehrenmann und ein guter Vater. Kaiser Karl V. sprach ihm seine tiefe Bewunderung aus und machte ihn zum Grafen und Ritter vom Goldenen Sporn. Noch als Siebzigjähriger arbeitete er viel, trank Wein, bewirtete seine Gäste bis in die Nacht, wachte am nächsten Morgen frisch wieder auf und machte sich an die Arbeit. Selbst mit 92 Jahren malte er noch Werke wie "Der Schäfer und die Nymphe", welches ein Liebespaar aus der italienischen Klassik schildert. Er war anerkannt und beliebt und sein Haus mit seinem schöner Garten in Venedig, war stets ein Treffpunkt von Gönnern und Künstlern. Dieses Leben genoß Tizian bis in ein unglaublich hohes Alter von 99 Jahren und er soll dabei bei bester Gesundheit gewesen sein. Er verstarb schließlich im Jahre 1576 vor seinem hundertjährigen Geburtstag. Die venezianische Pracht Tizians sollte schließlich in tausenden von Malerateliers der kommenden Generationen weitervermittelt werden. Berühmte Gemälde von Tizian können Sie in unserem Onlineshop kaufen.

2. Bekannte Maler des Barock    

2.1 Carravaggio 1573 - 1610 Barockmalerei Italien

Michelangelo da Caravaggio wurde 1573 als Sohn eines Baumeisters in Caravaggio in der Nähe von Bergamo geboren. Mit elf Jahren ging er als Schüler nach Mailand zu Peterzano. Nach Abschluß seiner Lehrzeit ging er nach Rom, weil er hoffte dort lohnende Aufträge zu erhalten. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht und er war so arm, daß er nicht einmal das Geld für eine Unterkunft hatte. Sein Geld mußte er mit Gelegenheitsarbeiten verdienen und eine Bleibe fand er bei verschiedenen anderen Malern. So kam er auch in das Haus des Malers Pucci. Dort hielt er es aber nicht lange aus, weil dieser ihm nur Salat vorsetzte und er ständig mit knurrendem Magen zu kämpfen hatte. Während eines Aufenthalts in einem Hospital malte er einmal für den Prior einige Bilder, die wohl ein anderer Gönner, Monsignore Petrani sah, der ihm einen Raum in seinem Palast zur Verfügung stellte. Dort sind einige seiner Frühwerke entstanden. Auch bei einem Maler namens D'Arpino arbeitete Caravaggio. Da er dort aber immer nur Blumen und Früchte malen sollte, hielt er es auch dort nicht lange aus.

Seinen Durchbruch hatte Caravaggio erst mit dem Bacchus, den er als etwas weichlichen Jüngling vor einem dunklen Hintergrund malt. Diese Malerei nach der Natur begeisterte die jungen Leute von Rom und machte ihn in Roms Kunstkreisen bekannt. Die Manieristen lehnten diese Art der realistischen Maler jedoch entschieden ab. Ein kunstliebender Kardinal wurde jedoch kurz danach auf ihn aufmerksam. Kardinal del Monte kaufte sein Frühwerk "Die Lautenspielerin" und nahm Caravaggio in sein Haus auf, wo er Schutz und Förderung erhielt. Dort erhielt er auch seinen ersten großen Auftrag für die Ausschmückung der Cappella Contarelli in der Kirche San Luigi dei Francesi. Ein Altarbild und zwei Wandbilder sollten entstehen. Fortan wurde der junge Maler mit Aufträgen für Kirchengemälde und private Gemälde überhäuft. Seine größten Erfolge hatte Caravaggio in den Jahren von 1600 bis 1606.

Auch während dieser Zeit, so sagt man, hätte sich sein Tageplan wie folgt abgespielt: Ein paar Stunden malte er an der Staffelei, dann zog es ihn vor die Stadt, wo er sich mit Freunden zu Raufereien und zum Ballspiel traf. Ein zottiger schwarzer Hund soll nicht von seiner Seite gewichen sein. Es gab auch die andere Seite des Caravaggio, denn er war ein stadtbekannter Raufbold, sehr streitsüchtig und verbrachte die Hälfte seines Lebens auf der Flucht vor und zeitweise auch im Kerker. Sein Name erscheint sehr oft in Polizeiberichten, denn sein streitsüchtiger und reizbarer Charakter treibt ihn sehr oft zu unbedachten Handlungen, die u.a. mit Schlägereien, dem Werfen von Steinen und sogar mit Todschlag aus den Berichten der Polizei hervorgehen. 

Als er im Mai 1606 einen Maler namens Ranuccio Tomassoni erschlagen hatte, mußte er flüchten. Er erhielt vorerst Zuflucht bei Don Marzio Colonna in Pagliano und hoffte auf Begnadigung durch den Einfluß seiner Gönner. 1607 gab er jedoch die Hoffnung auf und ging nach Neapel. Ein Jahr später reiste er von Neapel nach Malta. Doch auch in Malta geriet er mit einem Ritter in Streit und kam ins Gefängnis, konnte jedoch entfliehen und floh per Schiff nach Syrakus. Kurz darauf ging er nach Messina, wo er zwei Altarbilder malte, um dann wieder weiter, nach Palermo zu fliehen. Sein letztes Gemälde, eine ergreifende Geburt Christi, entstand hier. Als Caravaggio im folgenden Jahr nach Neapel zurückkam, wurde er vor seiner Herberge von brutalen Banditen überfallen und bis zur Unkenntlichkeit im Gesicht verstümmelt. Immer noch auf Begrandigung hoffend fuhr er mit dem Schiff nach Rom zurück und wurde gleich am Hafen von Port'Ercole von Wächtern verhaftet und mehrere Tage gefangengehalten. Nach seiner Freilassung wollte er seine gesamte Habe, die sich auf seinem vor einigen Tagen verlassenen Schiff befand, im Hafen abholen und mußte feststellen, daß das Schiff nicht mehr im Hafen lag. Der Verlust seiner gesamten Ersparnisse mitsamt seiner Kleidung und allem Hab und Gut, ließ ihn in der brütenden Sommerhitze der Campagna umherirren, bis ihn letztendlich am 18. Juli 1610 ein heftiges Fieber traf, dem er dann einige Tage später in Rom erlag. Er starb einsam, verlassen, arm und entstellt. Ein Gehetzter, den sein unnachgiebiges Temperament in den Abgrund getrieben hat. Heute kennen wir nur den großen Barockmaler von Italien, der die europäische Kunst mit seinen Werken nachhaltig beeinflußte. Das Früchtestillleben und den Bacchus von Caravaggio bestellen.

3. Bedeutende Maler des Rokoko 

3.1 Canaletto (Antonio Canal) 1697 - 1768 Rokokomalerei Venedig

Der venezianische Vedutenmaler Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, wurde im Jahre 1768, als Sohn eines Bühnendekorateurs geboren. Seine Wiege war das Theater, weil er seinen Vater des öfteren bei der Arbeit begleiten durfte. Sein Theater lag direkt vor seiner Haustür und die Bühne war das, was er dort sah. Das waren herrliche Paläste, majestätische Kirchen und schimmernde Farben im Sonnenlicht.  Für die exakte und detailreiche Wiedergabe seiner Landschaften benutzte Canaletto die Camera Obscura, einen Vorgänger des Fotoapparates. 
Als bedeutender venezianischer Barock Maler, waren seine Bilder vor allem bei englischen Sammlern begehrt und wurden im großen Umfang gefälscht. Die Licht- und Farbenpracht, die detailreiche und gewissenhafte Darstellung von Palastfassaden, Terrassen, einfachen Wohnhäusern und Treppen ist einzigartig und läßt ihn zum Vorreiter der Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts werden.

Sein Neffe und Schüler war Bernardo Bellotto (1720-1780), der sich ebenfalls Canaletto nannte und sich als Hofmaler in Dresden, Wien und Warschau einen Namen gemacht hatte. Seine berühmten Ansichten von Dresden stellen ebenfalls den Höhepunkt der damaligen Vedutenmalerei dar. Hier finden Sie berühmte Gemälde von Canaletto.

4. Beliebte Maler des Impressionismus

Die sieben beliebtesten Künstler des Impressionismus sind die Maler Monet, Renoir, Degas, Sisley, Cezanne, van Gogh und Gauguin. Ihre Gemeinsamkeit zeigt sich darin, dass sie vorwiegend in der damaligen französischen Metropole der Kunst, in Paris arbeiteten und etwas neues, noch nie dagewesenes schaffen wollten. Sie malten vorwiegend im Freien, welches ihnen seinerzeit nur den Spott und die Verachtung ihrer Malerei eingebracht hat. Ihr Malstil war ein ganz anderer, als der in den großen Kunstakademien gelehrte Stil und wurde von diesen, als Revolution gegen die akademische Malerei und als narrenhafte Schmiererei, beschimpft. Trotz dieser Gemeinsamkeiten hatten sie doch alle vollkommen verschieden Persönlichkeiten. 

4.1 Claude Monet 1840 - 1926 Impressionist Frankreich  

Claude Monet wurde im Jahre 1840 als Sohn eines Lebensmittelhändlers in Paris geboren. Nachdem Sein Vater sein Geschäft nach Le Havre verlegen mußte, wuchs er auch dort auf. Bereits als Junge karikierte er die Kundschaft, die Leute auf der Straße, die Lehrer und seine Klassenkameraden und zeigte sein Talent. Nachdem die Zeichnungen auch gern gekauft wurden, stellte er sie alsbald im Schaufenster eines Rahmengeschäftes aus. Dort sah sie auch der Maler Boudin, der dem jungen Künstler riet, sich mit dem Studium der Kunst näher zu befassen. Der junge Mann reiste so auch nach Paris, um dort wie so viele andere junge Künstler, als Kopist im Louvre sein Geld zu verdienen. Nebenbei besuchte er eine private Kunstschule, die Academie Suisse, wo er auch Pissarro begegnete. Abends traf man sich in den Künstlercafes, wie das Cafe Guerbois, mit anderen Künstlern, Dichtern, Musikern und Malern. Man saß zusammen und diskutierte über revolutionäre Ideen zu Kunst und Literatur. Auch Renoir, Pissarro, Cezanne und Degas gehörten neben Monet zu dieser Gruppe junger Pariser Maler. Anfänglich hatte Monet sogar auf einer Austellung des Pariser Salon gewisse Erfolge, denn zwei seiner Bilder wurden von der Kritik gelobt. Zu dieser Zeit lernte er auch die beiden Maler Manet und Courbet kennen, die ihn stark beeinflussten. Gemeinsam mit Renoir zog es ihn oft raus in die Natur, wo sich beide vergnügliche Wettstreite gaben, das gleiche Motiv zu malen. Als der damals 27 Jahre alte Maler vom Land nach Paris zurückkam, hatte ihm seine Geliebte Camille einen Sohn geboren. Monet war zu dieser Zeit vollkommen mittellos und seine Bilder, die keinen Käufer gefunden hatten, wurden gepfändet. Für einen Spottpreis wurden diese Gemälde dann verkauft, um seine Schulden zu tilgen. Mit einem Selbstmordversuch wollte er daraufhin seinem Leben ein Ende setzen. Trotz der finanziellen Misere, heiratete er dann Camille, die ihm noch einen zweiten Sohn gebar. Kurz darauf, im Jahre 1879 starb Camille an Unterernährung und Monet schrieb daraufhin: "Ich bin allein in der Welt mit zwei Kindern, ohne Aussicht auf einen Sou."  

Erstmals veranstaltete Monet im Jahre 1874 mit anderen Künstlern eine eigene Ausstellung in Paris. Ein Journalist fand einen der Bildtitel von Monet, "Impression de Soleil", so absurd, dass er alle Bilder der Ausstellung als "impressionistisch" verhöhnte. Alle etwa 30 ausstellenden Maler, waren ab sofort nur noch abschätzend "Die Impressionisten" genannt worden. Diese angeblich "Geisteskranken" lehnten sich gegen die Malerei der alten Schule auf, die an der bedeutendenen Kunstakademie in Paris gelehrt wurde. Sie analysierten die Abhängigkeit der Formen und Farben von Licht-, Luft- und Zeitverhältnissen in Bildfolgen und waren wie besessen von ihrer Idee. Es gab eine Zeit, da haben alle, auch Manet, Cezanne, Degas, Van Gogh und Gauguin versucht, nach diesem Prinzip zu malen, aber die meisten dieser Maler arbeiteten dann jeder auf seine Weise, in einem eigenen Stil weiter.

Irgendwann waren auch für Monet die Kämpfe vorbei und er konnte seine Arbeiten in Einzelausstellungen zeigen, um dafür Anerkennung zu erhalten. Da er die Natur liebte, verbrachte er die meiste Zeit an der See oder auf dem Lande, wo er sich in Giverny auch alsbald ein Haus mit einem großen Garten kaufte, um seine Seerosenteiche und einen üppigen Blumengarten anzulegen. Neue reine und starke Farben kamen nun auf seine Palette, bevor er 1890 mit dem systematischen Studium des Lichtes, im Laufe der Tageszeit, anfing. 1902 fing er mit seinen Meisterwerken an, die ihn 25 Jahre noch verfolgen sollten. Es waren die Seerosen in seinem Garten. Es entstand eine einzigartige Bilderfolge, bestehend aus acht Wandgemälden der Seerosen in seinem Garten von Giverny, die sich im Museum Jeu de Paume im Pariser Tuileriengarten befindet. Insgesamt hat er aber etwa 60 Seerosenteich-Bilder gemalt, die den Namen Claude Monet in aller Welt bekannt gemacht hat. Am Schluß sagte Monet einmal: "Ich schlafe ihretwegen schon nicht mehr."  

Die Seerosenteich Gemälde und andere große impressionistische Werke von Claude Monet finden Sie hier als große Repliken auf Leinwand: Impressionismus   

4.2 Pierre-Auguste Renoir 1841 - 1919 Impressionist Paris

Pierre Renoir wurde im Jahre 1841 als Sohn eines armen Schneiders in Limoges geboren. Als seine Familie im Jahre 1844 nach Paris zog, kam er auch dort in die Schule. Seine Schulbücher bekritzelte er ständig mit irgendwelchen Zeichnungen, darauf nahm ihn sein Vater kurzerhand mit 13 Jahren aus der Schule und schickte ihn zu einer Porzellanmanufaktur in die Lehre. Dort begann er mit der Porzellanmalerei und bemalte Teller, Tassen und Schüsseln mit Blumenmotiven und Blütenzweigen. Später durfte er sogar Medaillons mit dem Portrait der Königin Marie-Antoinette bemalen. Als die Porzellanfabrik vier Jahre später Bankrott anmeldete, mußte Renoir sich sein Geld mit Gelegenheitsarbeiten verdienen. Er bemalte Fächer und stellte Heiligenbilder her und bekam 5 Franc für das Stück. Als er schließlich mit 21 Jahren genug Geld zusammengespart hatte, konnte er sich den Kunstunterricht an der Kunstakademie leisten.  Er fühlte sich dabei so glücklich, daß ein Lehrer in wütend anrief: "Sie malen wohl nur aus Spaß?" Renoir antwortete daraufhin: "Aber gewiß!". Renoir machte sich aus solchen authoritären Bemerkungen garnichts, sondern erwarb sich seine gründlichen Kenntnisse in der Kunst und begann auf seine Art zu malen.

Mit seinem Freund Monet zusammen, entdeckte er die Faszination des Lichts, durch flirrende Punkte und Striche. Beide Impressionisten waren mit Ende sechszig fast mittellos. Renoir liebte es ebenso wie Monet im Freien zu malen und in leuchtenden Farben zu schwelgen, egal ob er Landschaften, Blumen oder Menschen malte. Wie er geendet hätte, wenn er Madame Charpentier und Ihre Kinder nicht gemalt hätte, kann man nicht sagen. Jedenfalls wendete sich das Blatt, nachdem er das Gemälde fertiggestellt hatte. Madame Charpentier, die Frau des reichsten Pariser Verlegers, hängte das Bild in ihren Salon und alle angesehenen Bürger von Paris sahen es dort hängen und waren begeistert. Sie reichte das Bild beim Pariser Salon ein, die größte Pariser Ausstellung französischer Kunst. Fortan erhielt Renoir haufenweise Portrait-Aufträge und lebte gut von ihnen. Sein Herz hing aber an der Malerei im Freien, an Blumen, Landschaften aber auch Personengruppen in leuchtenden Szenerien, so wie auf dem Bild, "Tanz im Moulin de la Galette" von 1876. In diesem Cafe in der Künstlerkolonie auf dem Montmartre hielt er sich mit seinen Freunden öfter auf. Die abendlichen Tanzvergnügen waren eine beliebte Abwechslung der Pariser Gesellschaft.  Er verliebte sich in eine rundliche Modistin und heiratete sie. Im Laufe der Jahre findet man oft diesen rundlichen Frauentyp auf seinen Gemälden, der ihr ziemlich ähnlich war. Oft beklagte er sich: "Wenn nur das Licht nicht so verteufelt rasch wechseln würde."  

Seine letzten Jahre verbrachte er als Krüppel in seinem Haus an der Reviera, aber trotz seiner gichtigen Hände, behielt er seine Lebensfreude und malte in 1919 ein letztes Bild. Kurz vor seinem Tod machte er einen letzten Besuch in Paris und erhielt einen Herzenwunsch erfüllt, sein Bild von Madame Charpentier mit ihren Kindern" hing an einem Ehrenplatz im Louvre. Heute hängt es zwar nicht mehr in Paris im Louvre, sondern im Metropolitan Museum of Art in New York, und die Besucher stehen immer noch lächelnd vor diesem Gemälde, in welches dieser Maler all sein Können gelegt hat. Berühmte Gemälde von Renoir können Sie hier bestellen.

4.3 Vincent Van Gogh 1853 - 1890 Impressionismus Holland

Vincent van Gogh kam als Sohn eines Geistlichen in einer holländischen Kleinstadt im März 1853 zur Welt. Als Ältestes von sechs Kindern, wurde er mit 12 Jahren in ein Internat gesteckt, indem er es jedoch nur bis zu seinem sechzehnten Lebensjahr aushielt. Bei dem rauhbeinigen aber übersensiblen Jungen, mit rotem Haar, kleinen Augen und hängenden Schultern, schien Hopfen und Malz verloren. Leicht erregbar und oft in Trübsinn verfallend, war es nicht leicht mit ihm auszukommen. Nur sein um vier Jahre jüngerer Bruder Theo hatte für ihn Verständnis. Während dieser Zeit entwickelte sich ein besonders enges Vertrauensverhältnis zwischen den Brüdern. Ein Briefwechsel der beiden zählt zu den ergreifendsten Dokumenten der Kunstgeschichte. Theo van Gogh arbeitete als Angestellter der Kunsthandlung Goupil in Paris und von seinem bescheidenen Einkommen schickte er seinem Bruder Vincent, regelmäßig Geld, damit dieser weiterhin lernen und malen konnte. Damit Vincent auf seinen Streifzügen durch das Land nicht um Essen betteln musste, kam sein Bruder auch dafür auf.

Auch Vincent hatte in der Londoner Filiale dieser Pariser Kunsthandlung einstmals, als kaufmännischer Angestellter, sein Einkommen gehabt, als er jedoch um die von ihm verehrte Tochter seiner Wirtin warb, bekam er einen Korb. Die Zurückweisung nahm er sehr schwer und ließ sich auf einen anderen Posten versetzen. Aber auch an dieser Arbeit fand er kein Interesse und gab sie bald wieder auf. In Borinage in Belgien vertiefte er sich dann in eine starke Frömmigkeit und gab den Armen die eigenen Kleider und teilte Speise und Trank mit ihnen, bis er seine Gesundheit durch Unterernährung vollkommen ruinierte. Mit dreißig Jahren nahm er wieder eine kränkelnde Prostituierte mit ihren sechs Kindern bei sich auf und pflegte sie. Zu einer Heirat kam es jedoch wieder nicht. Nachdem er sich immer mehr in sich selbst zurückzog, weil seine Liebeswerbungen ständig abgewiesen wurden, gab er die Hoffnung auf einen Liebesglück vollkommen auf. Trost erhielt er nur von seinem Bruder Theo, mit dem er sich in Paris im Louvre, zu einem Gespräch traf. Die beiden zogen gemeinsam in eine Atelierwohnung auf dem Montmartre in Paris. In dieser Phase malte der Maler alles was er sah: Die Straßencafes, die ländliche Umgebung und die Armseligkeit auf den Straßen. Obwohl er sich im Mittelpunkt der Impressionisten befand, erkannte er, dass ihn keine Seelenverwandschaft mit den impressionistischen Malern verband. Nur mit 3 Männern fühlte er sich künstlerisch verbunden. Es waren Cezanne, Gauguin und Seurat, den Wegbereitern der Moderne.

1888 ging van Gogh nach Arles in Südfrankreich, weil er auch das Pariser Leben nach einiger Zeit als bedrückend und oberflächlich empfand. Die Natur zeigte sich ihm hier in neuer farbenfroher Pracht und er stürzte sich voller Eifer in seine Malerei. Er versuchte alles festzuhalten was er sah: die Blumen, die Cafes, die Straßen, die Brücken, die Gärten und die Bauernhöfe - selbst das fröhliche Gelb der Sonnenblumen fand in unzähligen Gemälden seinen Platz. Seine Arbeiten signierte er nunmehr nur noch mit seinem Vornamen und sein Gläschen Absint trank er jeden Abend auf einer nächtlichen Straßenterrasse in einem Lokal. Seinem Freund Paul Gauguin wollte er an dieser faszinierenden und inspirierenden Fülle an Eindrücken teilhaben lassen. Vincent mietete ein Haus und gab alles Geld, welches ihm sein Bruder Theo geschickt hatte, im Handumdrehen aus, damit er sein Freund Gauguin nach Arles einladen konnte, bei ihm zu wohnen. Er strich alle Zimmer in der Farbe seiner geliebten Sonnenblumen in leuchtend gelben Tönen an und richtete die Zimmer mit Betten und einem Petroleumofen ein, bis sein Freund dann im Oktober 1888 bei ihm eintraf. Für die beiden Maler begann eine sehr fruchtbare Zeit des ununterbrochenen Malens in einer anfänglich harmonischen Zweisamkeit. Nach einiger Zeit kam es jedoch immer häufiger zu Streitereien, da Gauguin der aktivere von beiden, immer mehr den Lehrer spielte und der Absinth immer mehr floß, als es gut war. Nach einigen Wochen der Streitereien war van Gogh am Rande eines Nervenzusammenbruchs, als er Gauguin eines Abends auch noch wutendbrand ein Glas an den Kopf warf. Am Morgen darauf zeigte sich van Gogh zerknirscht über seine Unbeherrschtheit und entschuldigte sich bei Gauguin. Abends jedoch hatte der Wahnsinn wieder von ihm Besitz ergriffen und er folgte Gauguin heimlich, als dieser einen Spaziergang durch die nächtlichen Straßen machte. Als Gauguin den Freund bemerkte, der mit einem Rasiermesser auf ihn zukam, rief er ihm laut zu, er solle doch mit dem Unsinn aufhören. Vincent kehrte daraufhin in das Atelier zurück und verfiel der wahnwitzigen Idee, sich daraufhin selbst zu verstümmeln. Er wollte eines seiner Ohren einer Prostituierten schenken, die ihn einmal damit aufgezogen hatte, ihr doch eines seiner komischen Ohren zu schenken. Also schnitt er sich ein Stück davon ab, verband seinen Kopf mit Händtüchern und lief zum Bordell, um sein eines Ohr dort an der Tür abzugeben. Total erschöpft lief er wieder in das Atelier zurück und befand sich in einem wirklich jämmerlichen Zustand der geistigen Umnachtung. Von Gauguin dort aufgefunden, kehrte dieser wieder nach Paris zurück.

Den körperlichen Schaden van Goghs konnte ein Arzt zwar heilen, aber für seinen seelischen Zustand fand man keine Abhilfe, bis man ihn eines Tages in eine Nervenstalt gebracht hatte. Im Privatsanatorium von St.-Remy vollendete er zwischen seinen Anfällen eine ungeheuerliche Zahl von Bildern, die er draussen während seiner Ausgänge malte. Die Zypressen, die Kornfelder und andere Landschaften seiner Gemälde, waren der Ausdruck seiner innerlichen Aufruhr. Im Mai 1890 schrieb er an seinen Bruder Theo: "Ich kann nicht mehr, eine Veränderung muß kommen, und wäre es eine zum Schlimmeren".   Einige Tage später durfte er auch nach Paris fahren, um dort seinen Bruder zu treffen. Er besuchte die Familie seines Bruders in recht heiterer Stimmung, traf mit alten Freunden zusammen und sah auch ungewöhnlich wohl aus. Auch benahm er sich tadellos und fing auch wieder an zu malen. Eine innere Stimme sagte ihm jedoch, dass dies die Ruhe vor dem Sturm wäre, auf den nur noch ein kompletter Zusammenbruch folgen kann. In dieser Erkenntnis lieh er sich nach einigen Wochen einen Revolver und erschoss sich im Freien. Als ihn sein Bruder Theo fand, befand sich van Gogh in seinen letzten Atemzügen und konnte ihm noch mitteilen, "ich habe wieder einmal versagt." Kurz danach starb er in den Armen seines Bruders im Jahre 1890. Seine Leidenschaft ist uns in seinen unzähligen Gemälden geblieben, die den Künstler Vincent van Gogh zu einem der berühmtesten Maler seiner Zeit und zu einem bedeutenden Wegbereiter eines neuen Zeitalters, der Malerei der Moderne, macht.  

Die Bekanntesten Gemälde dieses Künstlers können Sie hier grosse Reproduktionen auf Leinwand kaufen: Van Gogh 

4.4 Paul Gauguin 1848 - 1903 Frankreich Impressionismus

Als Gauguins Bilder kurz nach seinem Tode in der Südsee, auf einer Auktion im Jahre 1903 verkauft wurden, wollte keiner mehr als sieben Franc dafür bezahlen. Der Erlös war lächerlich und deckte bei weitem nicht die Schulden, die er hinterließ. Einige seiner Gemälde wurden von einem Fischer auf der Insel La Dominique sogar ins Meer geworfen und wurden niemals mehr gesehen. Die sogenannte "Millionendummheit", die auf den Marquesa-Inseln in der Südsee geschehen war, ist heute noch das Gesprächsthema der Kunstgeschichte. 35 Jahre nach seinem Tode, zahlte ein Kunsthändler in London bei einer Versteigerung bereits über 130.000 Pfund für ein Bild von Gauguin und seine besten Arbeiten, sind heute praktisch unbezahlbar geworden. Das ist die Ironie des Schicksals, welche dem genialen Maler Paul Gauguin wiederfahren ist, der zu Lebzeiten nur als Taugenichts und Schmierfink verhöhnt wurde, und über den ein Kritiker zu seinen Lebzeiten einmal schrieb: "Wenn Sie Ihre Kinder einmal lachen lassen wollen, dann führen Sie sie in die Gauguin-Ausstellung."   

Geboren wurde Gauguin im Jahre 1848 in Paris, als Sohn eines Journalisten und einer spanisch-peruanischen Mutter. Als er mit 17 Jahren die Schule verließ, ging er zur Handelsmarine und erlebte für die nächsten sechs Jahre das rauhe Seemannsleben, welches aus dem zarten Jungen einen kräftigen jungen Mann machte. Auf seinen Reisen über die Weltmeere und in ferne Länder, prägte sich in ihm ein Traumbild, welches sein ganzes späteres Dasein verändern sollte: Die Sehnsucht nach einem Leben in der Südsee, wo den ganzen Tag die Sonne scheint, einem die Früchte in den Schoß fallen und die Frauen von zauberhafter Schönheit einem das Leben versüßen. Diese Erzählung eines Kameraden blieb Gauguin unvergesslich. Nachdem er 6 Jahre zur See gefahren war, kehrte er mit 23 Jahren wieder nach Paris zurück und entdeckte ein neues Talent an sich, nämlich, das an der Börse Geld zu machen.

In Paris trat er dann in eine Bankfirma ein und spekulierte sehr erfolgreich als Makler an der Börse. Bis zu 40.000 Franc hatte er damals in einem Jahr an der Börse verdient, das war für damalige Verhältnisse ein stattliches Einkommen. Als feiner Herr trug er einen Zylinder, fuhr morgens mit der Droschke zur Arbeit und war ein angesehener Bürger von Paris, der in den vornehmen Restaurants ein gerngesehener Gast war. Die Heirat mit der Tochter eines dänischen Beamten, Mette Gad, krönte seine bürgerliche Karriere. Seine Frau Mette, eine wohlerzogene und kühle Blondine, gebar ihm fünf Kinder und wusste sich in der vornehmen Gesellschaft von Paris zu benehmen, um einflußreiche Kontakte zu knüpfen. Ihr Mann Paul, der tüchtige Ernährer der Familie, fand jedoch bald ein neues Steckenpferd, die Malerei, die er eine zeitlang als Hobby, neben seiner Arbeit als Makler ausführte. Im Laufe der Zeit, bekam die Malerei jedoch immer mehr Gewicht in seinem Leben und die Karriere seiner kaufmännischen Laufbahn neigte sich bald dem Ende zu. Ein bequemes Leben mit finanzieller Sicherheit bedeuteten ihm reichlich wenig, ihm kam es mehr auf ein bestimmtes Ideal an, welches er in der Malerei zu finden hoffte. Mit 35 Jahren verließ er sein Maklerbüro und widmete sich nur noch seiner Malerei.

Innerhalb eines Jahres stand Gauguin ohne jeden Heller und Pfennig da, mußte die Wohnung mit den hochwertigen Möbeln, exklusiven Einrichtungsgegenständen und wertvollen Teppichen verkaufen und hatte nicht einmal mehr, das Geld seine Frau und die Kinder zu ernähren. Mette ging mit den Kindern dann nach Dänemark zurück, um nicht an Hunger leiden zu müssen. Kurze Zeit später folgte ihr Gauguin, musste aber den Spott der Dänen ertragen, die seine Malerei verachteten. 1885 hielt er es in Dänemark nicht länger aus, als Mann der sich von seiner Frau aushalten ließ, verspottet zu werden und reiste allein nach Paris. Dort beginnt in 1885 die tragische Irrfahrt seines Lebens. Er hauste in kalten, kleinen Dachkammern, trug verschlissene Kleidung und musste manchmal tagelang hungern. Als Tagelöhner verdiente er sich manchmal als Plakatkleber ein paar Franc. Völlig mittellos reiste er zuletzt zu seinem Freund Vincent van Gogh nach Arles in Südfrankreich. Das Geld für diese Reise erhielt er von Theo, Vincent van Goghs Bruder, der hoffte, Gauguin könnte seinem geistig verirrtem Bruder helfen, zur Besinnung zu kommen. Aber dieser Aufenthalt in Arles verlief besonders unheilvoll für die beiden Maler, weil der Zusammenprall ihrer beiden Temperamente nichts gutes verhieß (siehe van Gogh).

Der unglücksseelige Vorfall mit van Gogh und Hohn und Schelte, er habe Weib und Kinder im Stich gelassen schmerzten Gauguin sehr, vermisste er doch seine Frau und seine Kinder sehr und schrieb seiner Frau bis zuletzt Liebesbriefe, indenen er sie bat zu ihm zurückzukehren. Bevor er nach 6 Jahren der Trennung nach Tahiti fuhr, schrieb er ihr einen letzten Brief (Zitat): "Behaltet mich lieb, und wenn ich zurückkomme, heiraten wir wieder. Den Kuss den ich dir sende, ist also ein Verlobungskuss."  Gauguin und seine Frau Mette fanden jedoch nie mehr zueinander.

Trotz seiner 42 Jahre, war Paul Gauguin immer noch bettelarm und seine Bilder galten in der Öffentlichkeit als "grotesk". Sein einstiger Traum in die Südsee zu reisen und dort wie ein Naturmensch zu leben, nahm nun immer mehr Gestalt an und er verkündete eines Tages seinen Freunden, er würde nun nach Tahiti ziehen, um dort zu malen. Auch seine Freunde konnten ihn von diesem Vorhaben nicht abhalten und so verkaufte er alle seine Bilder und mietete sich 1891 eine Hütte auf Tahiti, mit Blick auf eine Lagune. Seine Gefährtin wurde eine Eingeborene, die er auf vielen seiner Bilder verewigt hat. Nach ungefähr zweieinhalb Jahren kehrte er mit zahlreichen außerordentlichen Gemälden nach Paris zurück, um diese dort auszustellen. Für seine Gemälde interessierte sich aber kaum ein Käufer und so betrug der Erlös einer Auktion, weniger als 500 Franc, nach Abzug aller Kosten. Gauguins Bilder aus Tahiti wurden in Paris als "Geschmier aus Narrenhänden" verspottet, welches ihn sehr traurig stimmte und zum Weinen brachte. Traurig fuhr er in die Südsee zurück und verbrachte seine letzten Jahre auf der Hauptinsel der Marquesas-Gruppe, La Dominique. Furchtbare Qualen erlitt er dort aufgrund einer Syphillis, für die es seinerzeit noch kein Mittel gab und er schrieb: "Ich warte hier wie eine Ratte auf einem Faß im Ozean."   Seine Ende kam mit furchtbaren Schmerzen, aufgrund eines nicht verheilenden Ekzems und einer vollkommenden Erblindung im Jahre 1903. Einsam und verlassen starb er in seiner heruntergekommenen Schilfhütte neben seinem letzten Gemälde, einer bretonischen Schneelandschaft. Kurz vor seinem Tod versuchte Gauguin sein tragisches Leben in Worte zu fassen und schrieb: "Ich glaube, dass die Kunst göttlichen Ursprungs ist und in den Herzen aller Menschen lebt, die von dem Himmelslicht berührt worden sind. Hat man einmal die Wonnen großer Kunst gekostet, so ist man ihr für immer unentrinnbar geweiht."

Quellen: Die Kultur der Renaissance in Italien von Jacob Burckhardt, 1860, Giorgio Vasari, Lebensläufe der berühmtesten Maler, Bildhauer u

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